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Ohrenprobleme







Ohrenentzündungen, Paukenerguss, Schwerhörigkeit, adenoide Vegetationen
(=Polypen)

Diese Worte oder einige davon werden fast alle Eltern ein oder mehrere Male bei ihrem Kinder- und Jugendarzt hören.

Sie sehen hier ein rechtes Ohr im Querschnitt dargestellt.

Henry Maser


Bei jedem Schnupfen kann es zu einer Beteiligung des Ohres kommen. Im einfachsten Fall führt eine Belüftungsstörung des Mittelohrs zu einem Tubenkatarrh. Das bedeutet, dass durch Schleim und Schleimhautschwellung eine Verbindung zwischen Mittelohr und oberem Schlundbereich (die Tube oder Ohrtrompete) verlegt ist und damit ein Druckausgleich nicht mehr möglich ist. Das Trommelfell wird durch den Unterdruck wie ein Zelt über den Hammergriff (gehört zu den Gehörknöchelchen) eingezogen. Dadurch kommt es zu einer Behinderung der Schwingungsfähigkeit des Trommelfells und damit einer Schwerhörigkeit des betroffenen Ohres. Gleichzeitig kann auch ein Paukenerguss mit Entzündungsflüssigkeit im Mittelohr vorliegen, der die Hörminderung verstärkt.
Eine Mittelohrentzündung entsteht im Allgemeinen durch aufsteigende Bakterien aus den oberen Atemwegen und führt meist zu Fieber und sehr starken Schmerzen. Am Trommelfell ist zusätzlich eine Rötung und ein trüber eitriger Erguss zu sehen. Durch die Nähe des Gehirns und der Feinheit der Strukturen kann es zu schwerwiegenden, zum Teil bleibenden Komplikationen kommen (z.B. zu Nervenlähmungen, zu eitrigen Entzündungen des Warzenfortsatzes, der Hirnhaut oder des Gleichgewichtsorganes). Neben der Behandlung des Schnupfens mit Nasentropfen und der Schmerzen, sollte in diesem Fall eine Antibiotikatherapie über 5-10 Tage erfolgen.
Auch nach Abklingen der Entzündung kann durch Bakteriengifte und Zerfallsprodukte über Wochen ein Paukenerguss und ein Tubenkatarrh bestehen bleiben. Dies wird regelmäßig kontrolliert. Gleichzeitig kann mittels eines Tympanogramms der Ohrendruck und die Trommelfellschwingungsfähigkeit gemessen werden.

Ein über 3 Monate bleibender Erguss oder Katarrh sollte vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt weiterbehandelt werden, um eine Ursache der fehlenden Besserung festzustellen und dann gegebenenfalls operativ zu beseitigen.

Eine ausbleibende Besserung kann bei Kindern über die Hörminderung zum undeutlichen oder falschen Aussprechen verschiedener Buchstaben (Dyslalie) führen.

Oft kommt es bei immer wiederkehrenden Infekten der oberen Luftwege zur Ausbildung von Adenoiden (= Polypen, Wucherungen des Lymphgewebes), andererseits führen Adenoide zu immer wiederkehrenden Infekten der oberen Luftwege. Durch Verlegen der Nasenatmung (wichtig zum Anfeuchten, Anwärmen, Säubern der Atemluft) können dann auch die unteren Luftwege betroffen werden.

Der Ohrenarzt wird im diesem Fall eine Operation mit Entfernung der "Polypen" und eventuell auch das Einlegen von Paukenröhrchen in das Trommelfell zum Druckausgleich empfehlen.

(c) Franz Jüngerhans